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Was mir am Herzen liegt: „Stoppt den Promille-Wahnsinn" Gronau- Immer neue Alkoholgetränke kommen auf den Markt. Jetzt drücken AlkoholHersteller auf die Tube... Gaga-Schnäpse oder „Quicky", Wodka-Gel zum Ausdrücken wie Zahnpasta, hochprozentige Drinks aus Spritzen direkt in den Hals geschossenAlkohol wird verharmlost und Kinder/Jugendliche als lustiges „Ohne-geht's-nicht" verabschiedet. „Stoppt den Promille-Warnsinn!" Denn die Zahlen sind alarmierend: 92 Prozent der Teens zwischen 12 und 25 Jahren haben schon reichlich Erfahrung mit Alkohol gemacht, fast jeder Dritte hat bereits illegale Drogen probiert. Schlimm: Durch die Verniedlichung geht der Trend zu „riskantem Konsum mit mehreren Suchtmitteln". Im Klartext: Pillen einwerfen, Alcopaps draufschütten und möglichst noch einen Joint dazu paffen. Ein Zehntel aller Kinder ab 12 Jahren zeigen „abhängige Konsummuster", greifen regelmäßig zur Flasche und zur Zigarette. Auch in den Szene-Läden gibt es immer mehr Drinks, die verniedlicht werden. Fruchtige Schnäpse werden als Welcome-Drink gleich an der Tür verteilt, sind im Eintrittspreis inbegriffen. Angesagt sind harte Schnäpse in Verbindung mit Fruchtsaft. Viele schmecken durch den gezuckerten Saft nicht bitter. Auch die lustigen Feten-Schnäpse, als Gag gleich aus der Kiste verteilt, täuschen in ihrer Niedlichkeit: 20 Prozent Alkohol. An Alkohol kommt keiner vorbei- gelten bei den Jugendlichen neben Zigaretten als „total normal". Wer nicht mitzieht, ist eine „SpaßBremse" oder ein „Weichei". Warnen möchte ich die Kinder: „Lasst die Finger von Zigaretten, Alkohol und Drogen". Das Rauchverbot an Schulen und in öffentlichen Gebäuden, fördert die Fürsorgepflicht der Erwachsenen gegenüber Kinder auch wenn viele Erwachsene dieses am liebsten nicht wahrnehmen möchten. Für unter 1 8-Jährige muss der Alkohol-Verkaufsstopp und das Trinken in der Öffentlichkeit konsequent realisiert werden. Eine grausame Statistik belegt: Jährlich sterben über 1500 Fahranfänger (18 bis 24 Jahre) bei Verkehrsunfällen unter Alkoholeinfluss.
Rauchen, Alkohol und Drogen Ein großes Thema ist heute die Suchtbekämpfung. Sucht hat immer eine Geschichte und immer etwas mit uns selbst zu tun. Warum ein Mensch Tabletten schluckt, Zigaretten raucht, Alkohol trinkt oder Drogen einnimmt hat viele Ursachen. Aber wesentlich ist: Wir müssen verstehen, dass sich die Sucht in unseren Köpfen abspielt. Wenn einmal die Spuren der Sucht im Gehirn eingegraben sind, lassen sie sich nicht so leicht löschen, häufig überhaupt nicht mehr. Gerade wenn das Gehirn sich in einer starken Entwicklung befindet, wie in der Pubertät, ist es besonders wichtig, auf den Konsum von Suchtstoffen zu verzichten. Ich weiß, dass der Genuss von Alkohol und Zigaretten für viele Jugendliche eine Möglichkeit ist, cool zu wirken. Wie können wir als Erwachsene es den Kindern erleichtern auf Drogen zu verzichten? Mir fallen vor allem zwei Dinge ein: Jugendliche und Jugendliche rauchen und trinken, weil sie es bei anderen abschauen. Da sind wir Erwachsenen als gutes Vorbild gefragt. Kinder lernen am Vorbild, positiv wie negativ. Wichtig ist, dass Jugendliche lernen stark zu sein und nein zu sagen, wenn ihnen Drogen angeboten werden- auch wenn ihre Freunde zugreifen. Suchtstoffe werden konsumiert, um Frust, Arger und schlechte Stimmung zu vertreiben,, um gute Laune zu erzeugen. Doch Suchtmittel dürfen kein Fluchtmittel sein, kein Problemlöser. Denn das ist das Eingangstor zur Abhängigkeit. Ganz wichtig ist es für uns alle zu lernen, wie wir mit den alltäglichen und besonderen Belastungen des Lebens fertig werden. Langeweile und Niedergeschlagenheit bekämpfe ich durch Aktivität, Sport, Musik, das gemeinsame Vereinsleben und einer sinnvollen Freizeitbeschäftigung mit anderen Menschen. Eines muss aber auch klar sein: Ein gewisses Maß an Stress, Ärger gehört einfach zum Leben dazu. Darum müssen wir innere Stärke aufbauen, die uns hilft, Belastungen zu überwinden. Kinder sind das Spiegelbild einer Gesellschaft Wir leben heute erfreulicherweise immer länger. Aber wer pflegt uns, wenn wir alt und gebrechlich sind? Wer begleitet uns geduldig bis an unser Lebensende? Es sind die Kinder von heute, die morgen für uns sorgen sollen. Dafür muss es heute Eltern geben, die diese Kinder erziehen, mit viel Zeit, Liebe und finanziellem Einsatz. Fatal für uns alle wäre es, wenn es später zu wenige Menschen gibt, die in die Pflegeversicherung einzahlen. Ohne Kinder gibt es keine Pflege. Und was tun wir heute für Kindererziehung in der Pflegeversicherung? Gar nichts! Eltern zahlen in die Pflegeversicherung genauso viel ein wie jeder andere Arbeitnehmer. Völlig unabhängig davon, ob sie ein Kind, drei oder sechs Kinder großziehen. Sie zahlen also doppelt und dreifach. Das Bundesverfassungsgericht hat es uns ins Stammbuch geschrieben: Eltern sollen während der Erziehungszeit in der Pflegeversicherung entlastet werden. Die Bundesregierung belastet ab Januar 2005 Kinderlose mit einer höheren Beitragszahlung. Damit aber werden nicht Eltern entlastet, sondern Kinderlose belastet. Das ist falsch. Jedes Kind muss es uns etwas wert sein, denn mit jedem Kind wird die Pflegeversicherung gestärkt. Eltern müssen für jedes Kind in der Pflegeversicherung entlastet werden. Denn wer hält unsere Hand, wenn wir sterben? Die Kinder von heute.
Persönliche Kolumne: Bundespresse-Referent/ Nord
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